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Trip Hop Samba

Céu

| Brasilien

Das hat die brasilianische Musik hierzulande schon lange nicht mehr erlebt: Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik, CD des Monats sowohl im „Audio“ als auch im „Stereoplay“, den beiden führenden Hifi-Magazinen, und allein in Deutschland 10.000 verkaufte Alben. Die 29jährige Céu aus São Paulo überflügelt seit 2007 international sämtliche Superstars ihres Landes mit ihrem Debütalbum „Céu“. Dabei wirbelt sie Zuckerhut-Stereotypen kräftig durcheinander: Mit einem atemberaubenden Mix aus Samba-Poesie, Triphop und Electronica schickt die sinnliche Sängerin den Brasil-Pop ins 21. Jahrhundert. Der prominenteste ihrer Kollegen, Caetano Veloso bescheinigt ihr ohne Umschweife: „Sie ist die Zukunft der brasilianischen Musik.“

Seit drei Jahren schwärmt die Welt von Brasilien in einer völlig neuen Art und Weise. Während sich früher Enthusiasten tropischer Musik für Samba, Bossa Nova und Forró erwärmten, wird der Zauber nun auf São Paulo gelenkt: Die 29jährige Céu hat ihrer Heimatmetropole weltweit ein schönes und sinnliches Gesicht gegeben und schickt das fade gewordene Brazilectro-Fach aufs Altenteil. Die New York Times meint überschwänglich: “Céu strahlte ein Präsenz aus, die ohne süßliche Schmeicheleien auskommt; ihre klare Stimme unterstreicht die zurückhaltende, rauchige Atmosphäre ihrer Musik.“ „Céu beherrscht Melodien, die von der Bossa Nova und dem Tropicalismo gefärbt sind und kombiniert sie mit gewagten Stücken, die Spaghetti-Western, jamaikanischen Dub und einen Neo-Soul heraufbeschwören, der an eine südamerikanische Sade gemahnt“, befindet der San Francisco Weekly. Und der Seattlest überschlägt sich: “Der brasilianische Sound ist stets zu spüren, doch die Loops und kleinen Nadelstiche aus Electronica und elastischen Funk-Basslinien bereiten einen Pfad, den der Hörer nie zuvor bewandert hat.“ Hierzulande sind die Elogen ähnlich: Nach den Ehrungen in den führenden HiFi-Magazinen bekommt die Brasilianerin 2008 obendrein noch den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik.

Die gute Botschaft lautet: Mit ihrem verspielt-erotischen Ohrenkino, ihrem süffigen Soundtrack aus akustischen und elektronischen Zutaten gastiert Céu wieder auf deutschen Bühnen. Im Gepäck hat Céu jetzt ihr zweites Album Vagarosa: Ein wunderbar süffiger Soundtrack, in dem anachronistische Keyboards und Orgeln wie aus einem Science Fiction der Siebziger sich mit Scratches, Dub- und Reggae-Riddims verzwirbeln. Ein wenig Surfrock blitzt in den Stromgitarren auf, eine Jazztrompete stolziert über Rockdrums, eine verlorene Melodica hallt durch den Raum. Sogar ein wenig zurückgelehntes Chanson-Feeling kommt auf und purer Samba aus dem Hinterhof hat durchaus auch noch sein Plätzchen. Im Auge des Geschehens residiert Céus bezaubernde Stimme, als tropische Vokalkosmonautin in Szene gesetzt, fruchtig zu Chören gestapelt oder mit mysteriösen Soulanwandlungen durch die Strophen führend, die von Liebeslyrik in allen Schattierungen erfüllt sind.

Auch bei dieser Scheibe sind sich die Experten von Audio einig: Céu erhält wiederum die Auszeichnung „CD des Monats“. Sogar das ZDF-Magazin Aspekte hat ihr kürzlich ein Porträt gewidmet. Und niemand geringerer als Herbie Hancock hat Céu für sein global gefärbtes neues Album The Imagine Project eingeladen: sie bezaubert dort in dem relaxten Track „Tempo De Amor“.

Mit dem Raumschiff in den Dschungel: Die neue Welt der Céu klingt wie ein futuristischer Ausflug auf einen tropischen Planeten mit wunderlichen Kontinenten zwischen Psychedelic-Rock, Samba und Lounge. Deutschland ist für diesen abenteuerlichen Start ins Tropen-Universum bereit.

On Tour

Gianmaria Testa (8319 Bytes)

Gianmaria Testa - VITAMIA

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