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Zeitgenössische Musik des Balkan

Goran Bregovic And His Wedding & Funeral Band

| Serbien

Tief verwurzelt in seiner angestammten Heimat, dem Balkan und dennoch den Geist des 21. Jahrhunderts verkörpernd, vereint Goran Bregovic’s Musik scheinbar Gegenläufiges, wie die Charakteristiken einer Gypsy Brass Band mit den traditionellen polyphonen Klängen Bulgariens, den Klang einer Gitarre und deren vorwitzigen Rockeinschlag mit dem althergebrachter Schlaginstrumente ... alles dies vor dem Hintergrund eines treibenden Streichorchester und der tiefen Klangfülle eines Männerchors. Damit erschafft er Musik, die unsere Seele instinktiv wiedererkennt und die den Körper einem unwiderstehlichen Drang zum Tanzen unterwirft.

BIOGRAPHIE

Goran Bregovic wurde 1950 als Kind einer serbischen Mutter und eines kroatischen Vaters in Sarajevo geboren.  Nach einigen Jahren unerfülltem (Violine) Musikstudium  am Konservatorium, gründete Goran im Alter von 16 Jahren seine erste Musikgruppe.  Schnell wurde die Formation zu einer der bekanntesten Bands im Land.  Dies war auch die Zeit als Bregovic den Amateurfilmer und Bassgitarrenspieler Emir Kusturica kennen lernte.

Die Freundschaft von Goran Bregovic und Emir Kusturica stützte sich auf die gemeinsame Liebe zum Rock n’Roll, der bald eine Hauptrolle im Leben der beiden Musiker spielte.  In dieser Zeit war die Stimme des Rock die einzige Möglichkeit, seine Gedanken und politischen Ideen in der Öffentlichkeit zu verbreiten, ohne dafür eine Gefängnisstrafe zu riskieren.

Nach einer Zeit der Opposition kam die Zeit der Schule zurück. Emir ging in der Tschechoslowakei an die renommierte Prager Filmschule und Goran beendete sein Studium der Philosophie und Soziologie.  Fast wäre er Lehrer geworden, wenn ihn der gigantische Erfolg der ersten Schallplatte seiner Rockgruppe „Der Weiße Knopf“ (Bjelo Dugme) nicht umgestimmt hätte. Darauf folgte dann fünfzehn Jahre das harte Leben eines Rock-Musikers, gekennzeichnet durch viele Marathon Tourneen, dreizehn Schallplatten (die alle Umsatzrekorde brachen) sowie unzählige Autogrammstunden - und so wurde Goran Bregovic zum gefeierten Idol vieler osteuropäischer Staaten.

Gegen Ende der 80er Jahre hatte Bregovic vom rastlosen Leben als „Star“ genug und verwirklichte seinen Jugendtraum: ein eigenes Haus an der adriatischen Küste wo er ein neues Leben begann. Dort hat er auch die Musik zu Kusturicas Film „Times of the Gypsies“ (1989) komponiert.  Der beginnende jugoslawische Bürgerkrieg beendete jedoch diesen und viele andere Träume, Goran musste seine Heimat verlassen und fand Exil in Paris, wo er die Musik für Kusturicas „Arizona Dream“ schrieb.

FILMMUSIK

Der Erfolg  des „Times of the Gypsies“ beförderte Bregovic an die Spitze der europäischen Filmkomponisten, und so wurde er für den „Felix“–Preis nominiert.  Volgte musik für Kusturica’s „Arizona Dream“.  Obwohl Bregovic eng mit Kusturica zusammenarbeitete, realisierte er auch Pläne mit anderen Regisseuren: Patrice Cherreau beauftragte ihn mit der Musik für „La Reine Margot“, der Film erhielt 1994 in Cannes die „Palme d’Or“.

Im folgenden Jahr bekam Kusturicas „Underground“ eine „Goldene Palme“ auf diesem wichtigen Festival zugesprochen – damit schafft Bregovics Musik entgültig den internationalen und weltweiten Durchbruch.  Radu Mihaelanus Film « Le Train de Vie » erhielt zwar keine Goldene Palme, dafür wird er aber der Kritiker- und Publikumspreis in Venedig, Sao Paulo, Berlin... verliehen.

Seitdem hat sich Bregovic der Interpretation seiner eigenen Musik zugewandt, was ihm zu seiner „zweiten Karriere“ verholfen hat. Und dies ohne die Filmmusik vollständig zu verlassen: für Nana Djordjazes "27 Missing Kisses" 2001, Unni STRAUMEs "Music for Weddings and Funerals" 2002 und “Giorni dell’Abandono” in 2005 (Original Musik und zugleich die männliche Hauptrolle).

THEATERMUSIK

  “Silence of the Balkans” war ein sehr ehrgeiziges Multimedia Projekt, das 1997 in Thessaloniki von dem Slowenen Tomaz Pandur mit Videobildern von Boris MILJKOVIC umgesetzt wurde. Danach folgte eine Zusammenarbeit mit dem Teatro Stabile aus Trieste für „Hamlet“. Für das ungewöhnliche Projekt schrieb Bregovic die Bühnenmusik. In dieser Zeit beginnt der vielseitige Künstler langsam, das Schreiben für das Theater zu genießen. Für Marco Bailanis “The Children’s Crusade”, entstanden im November 1999, (Festival NOVECENTO in Palermo) schrieb Bregovic die Musik. Hinzu kamen später Bühnenmusiken zu Dante's "Göttlicher Komödie“ (ein „Triptych“, dessen erster Teil Inferno im Januar 2001 im THALIA THEATER in Hamburg aufgeführte wurde, gefolgt von Purgatory and Paradise im Februar 2002).  Der Direktor ist Gorans langjähriger Arbeitskollege Tomaz Pandur aus Slowenien.

KONZERTMUSIK

Seit seinen Rockmusiker Zeiten hatte Bregovic zehn Jahren nicht live gespielt.

Das änderte sich im Sommer 1995, als er mit einem gigantischen Ensemble von 120 Künstlern - ein Symphonieorchester  mit Chor, einer Gruppe von vier Vokalsolistinnen aus Bulgarien und einer Gruppe von jugoslawischen Volksmusikern - eine überaus erfolgreiche Tournee durch Griechenland startete. Die Tour wurde in Stadien und Hallen mit bis zu 6000 Besuchern gespielt. 

1966 folgen Gastspiele in Stockholm und Brüssel. 

1997 gab die nun auf 45 Musiker verkleinerte „WEDDING AND FUNERAL BAND“ Konzerte in Griechenland, Schweden und Polen. 

Große Tourneen folgten: 1988 Konzerten in Italien, Portugal, Frankreich, Spanien und England – seitdem get es rund um die ganze Welt (Europa, natürlich, Brasilien, Argentinien, Israel, Lebanon, Russland...)

Der junge Rock Star aus den 70ern und 80ern erarbeitete sich einen Namen als erfolgreicher, internationaler Komponist.

MUSIKALISCHE ZUSAMMENARBEIT

Wie ein Kind freute sich Goran darüber, mit bedeutenden Künstlern verschiedener Kulturen zusammenzuarbeiten – Stars, die er selbst vor nicht allzu langer Zeit noch nach Autogrammen gefragt hätte: Iggy Pop, den er komplett neu definierte (Arizona Dream 1993), Ofra Haza (La Reine Margot, 1994), Cesaria Evora (Underground, 1995), Scot Walker in Großbritannien, Sezen Aksu in der Türkei, George Dalaras in Griechenland, Kayah in Polen.

PROJEKTE

Giovanni Feretti, Mitglied der legendären italienischen Band CSI und Art Director der « Bologna 2000 », engagierte Goran Bregovic anlässlich einer Feier am 27. Juni als Botschafter für die Musik orthodoxer Länder. Bregovic taufte das Fest "Hot Balkan Roots"  und lud drei Brass Bands (jeweils eine Band aus Bulgarien, Rumänien und Serbien) und eine Gruppe Russischer Sängerinnen ein. Ein gemeinsames Konzert von Bregovic und CSI war das Highlight der Veranstaltung, die am 29. Juni im renommierten Nuovo Auditorium di Roma wiederholt wurde.

Zu Beginn seiner Italientournee im Sommer 2000 organisierte Goran die „Big Wedding in Palermo“ für die Santa Rosalia Feier am 14. Juli. Er kooperierte mit dem bekannten Musikelogen und Komponisten Roberto de Simone aus Neapel.

Für diesen besonderen Abend engagierte Goran Künstler aus verschiedenen Ländern des Balkans - von Budapest bis Istanbul -  Länder, die er als seinen „musikalischen Nährboden“  betrachtet.

Unter der Leitung des talentierten rumänischen Choreographen Edward CLUG tanzten serbische und griechische Tänzer zu Gorans Musik, begleitet von Projektionen des Belgrader Videodirektors Boris MILJKOVIC. Und wieder organisierte Gorans Brass Band („Eine Hochzeit ohne Brass Band ist keine Hochzeit!“), um die 80 Bräute und Bräutigame aus den verschiedensten Stadtteilen Palermos ins Zentrum zu geleiten, wo sie sich, gegen drei Uhr morgens, mit CLUGs professionellen Tänzern und Gorans „Wedding and Funeral Band“ zu einem langen, ausgelassenen Hochzeitstanz zusammenfanden.

Im Juni 2002 brachte Goran BREGOVIC in die Basilika von St. Denis (Frankreich) drei Sänger verschiedener Religionen mit einem orthodoxen Chor aus Moskau zusammen und ein Marokkanisches Streichorchester aus Tetouan, sowie sein „Weddings and Funerals Orchestra“, für sein Projekt „My Heart has become Tolerant”, bei dem Versöhnung der Menchen im Zentrum stand.  Der mittlerweile verstorbene italienische Komponist Lucciano Berio, in seiner Funktion als künstlerischer Berater der Accademia di Santa Cecilia lud Bregovic mit diesem Projekt auch in der erwürdigen Konzertsaal ein. Eine neue Ära im künstlerischen Schaffen des Goran Bregovic hatte begonnen, die des “contemporary music composers“.

Im Frühjahr 2004 zog er das nächste Ass aus dem Ärmel: sein neues Projekt „Bregovic’s Karmen with a Happy End“ - die erste Carmen mit „K“ und Balkan Akzent.   Der Uraufführung dieser Kombination aus naivem Theater und Oper im April 2004 folgten Tourneen durch Italien, Skandinavien, Frankreich, Rumänien und Spanien.

Und Jetzt :

Derzeit arbeitet Goran Bregovic an zwei Projekten:

·      das eine ist ein Auftragswerk für ECHO (European Concert Hall Organisation):

eine Tour von zehn Konzerten in bedeutenden europäischen Konzerthallen im April 2007, die Goran mit seiner „Wedding & Funeral Band“ sowie Kristjan Järvi’s „Absolut Ensemble“ bestreiten wird – alles unter der Leitung von Kristjan Järvi. Der Arbeitstitel dieses Projekts lautet: „Verzeih mir, ist das der Weg in die Zukunft?“

·      das andere Projekt ist ebenso ein Auftragswerk – und zwar für das Musikfest    Bremen im September 2007: „Orfeo“ von Monteverdi: Nehmt Euch in acht vor den Gypsies!

TOURNEEN

Nach Tourneen durch Südamerika und großen Teilen Europas, inclusive vier triumphalen Konzerten in Paris im November 2002 (zwei im Underground-Spielort “Bataclan” sowie zwei im Klassikmusiktempel “Théâtre des Champs Elysées”), setzte Bregovic 2003 seinen Siegeszug fort: es wurden ausgedehnte Konzertreisen durch Europa, Argentinien, die Türkei und den Libanon unternommen und er verzauberte das Publikum mit seinem Projekt „My Heart has become Tolerant“ auf dem Festival der Sakralen Musik in Fez, Marokko Guggenheim Museum in Bilbao, St. Petersburg, Moskau....

Mit Asien (Singapur, Seoul, Taipei) in 2005, und Nordamerika (Montreal, Chicago, New York) in 2006 öffnen zwei neue Kontinenten ihre Pforten für Goran Bregovic.  Weitere Auftritte in Mexico und Amerika’s West Coast sind für September/Oktober 2007 geplant...

Immer weiter; das lustige Zigeunerleben scheint kein Ende zu nehmen für diesen wahrlich außergewöhnlichen Komponisten..

On Tour

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Caravan Palace

15.06. D-Berlin
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30.07. D-Karlsruhe
31.07. D-Darmstadt
05.08. D-Würzburg

Caravan Palace – treibender Elektro-Swing mit Tanzgarantie. Die Band aus Paris gibt dem Swing seinen angemessenen Platz im 21.Jahrhundert.