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Latin Jazz, Afro-Cuban

Omar Sosa

| Kuba

Geboren und aufgewachsen in Camaguey in Zentral-Kuba, studiert Omar Sosa einige Jahre Perkussionsinstrumente an der herausragenden Escuela Nacional de Musica in Havanna. Eigentlich sollte es die Marimba werden - doch mangels eines Instrumentes konzentriert er sich auf das Piano und beendet sein Studium 1984 am Instituto Superior de Arte. Sosa nimmt alles mit, was er kriegen kann, von afro-kubanischer Folklore über europäische Klassik bis zu amerikanischem Jazz. Ende der 80-er fungiert er als musikalischer Direktor zweier Bands um die Sänger Vicente Feliu und Xiomara Laugart. Dann, 1993, geht er für einige Jahre nach Ecuador, in eine Region, die besonders für ein afrikanisches Instrument bekannt ist - die Marimba. Er wird erstmals auch als Produzent tätig und leitet nebenbei sein Jazz-Ensemble Entrenoz. Sosa tourt in Afrika, Europa und Lateinamerika und erweitert ständig seinen musikalischen Horizont, auch sein musikalisches Vokabular.

Nach einem Intermezzo auf der deutschen Spanien-Enklave Mallorca landet er 1995 in San Francisco, wo die Latin-Szene ein ewiger Pool an Kreativität ist. Sein erstes Album in Amerika, "Omar Omar", erscheint 1997 und zeigt einen hochgradig virtuosen, ausgereiften Pianisten, der in geschicktester Weise seine vielfältige musikalische Sozialisation einbindet. Ob solo, im großen Ensemble oder gar im Sinfonie-Orchester: Omar Sosa versteht es zu überzeugen, als Musiker, Komponist und Arrangeur, und er erreicht sogar mit Piano-Solo-Alben Charts-Positionen in den Verkaufs-Charts, wohlgemerkt. Einer seiner Lehrer in Kuba: der inzwischen verstorbene Buena-Vista-Social-Club-Pianist Ruben Gonzalez. Neben Thelonious Monk (Sosas Sohn heißt Lonious...), Chopin und McCoy Tyner gehört auch Keith Jarrett zu Sosas Vorbildern, und nicht selten kann man es hören.

Seit den Alben "Prietos" und "Sentir" hat Omar Sosa seinen karibischen Jazz reichlich mit globalen Beigaben verschiedenster Kulturkreise gewürzt: Die Gnawa Nordafrikas grüßen mit der Guembri, die arabische Laute Oud ist vertreten, aus Westafrika Djembe und Balafon, und schließlich, wir haben es geahnt und da schließt sich der Kreis, Marimba. Die Texte erklingen auf Arabisch, Spanisch, Englisch, Portugiesisch und Yoruba. Für "Sentir" gewann der Pianist folgerichtig auch einen Latin Grammy. Auf "Ayaguna" rückt das Piano-Spiel wieder mehr in den Vordergrund, denn die Scheibe ist ein Duo mit dem venezolanischen Perkussionisten Gustavo Ovalles. Eine Konstellation, die er 2002 schon mit dem US-Schlagwerker Adam Rudolph auf "Pictures Of Soul" erprobt hat (veröffentlicht 2004). Auch auf symphonischem Terrain wird der umtriebige Señor Sosa aktiv: Mit "From Our Mother" entwirft er ein 45minütiges Orchesterwerk, das Folklore und Jazz-Elemente integriert. "Mulatos" schließt an die globalen Experimente an: Tabla, Klarinette und Oud vereinigen sich spannend mit afrokubanischen Klängen, präsentiert Paquito d'Rivera genauso wie den tunesischen Sänger Dhafer Youssef und den Freiburger Bassisten Dieter Ilg. Aktuell lebt Omar Sosa in der Stadt mit der interessantesten Musikszene Europas: Barcelona. Zufall kann das bei ihm nicht sein.

Nach „Ballads“, einer Sammlung seiner schönsten Balladen (2006) und seinem Live-Album "Promise" (2007 beim NDR aufgenommen), bringt Sosa im März 2008 sein neuestes Studio-Werk „Afreecanos“ heraus, welches er auf einer Tour im Mai präsentieren wird.

On Tour

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Lokua Kanza

25.09. CH-Zürich
05.10. D-Bremen
06.10. D-Karlsruhe
07.10. D-Hamburg
08.10. D-Frankfurt
09.10. A-Innsbruck
12.11. D-Leverkusen

Seine Musik ist von intensiver Leuchtkraft und kristallklar, dabei technisch ausgesprochen fortschrittlich.