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Contemporary African Music

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Rokia Traoré zählt seit Jahren zu den innovativsten Musikerinnen West-Afrikas. Sie stammt aus Mali, war als Diplomatentochter in der ganzen Welt unterwegs und lebt heute die meiste Zeit in Paris. Von Beginn an forderte sie ihre Landsleute mit ihren modernen Ideen heraus. In atemberaubender Weise experimentiert sie seit Jahren mit der Tradition ihrer Heimat Mali. Sie scheut sich nicht lokale Musiktraditionen zu verändern, sie untereinander zu kombinieren und tut all das auch noch als eine junge Frau. Für die einen zeigte sie zu wenig Respekt, für die anderen öffnete sie ganz neue Wege mit Tradition umzugehen, sie zu achten, sich aber auch nicht von ihr einengen zu lassen. Die Zeit hat ihr immer wieder Recht gegeben.
Jedes ihrer Alben hat sich ganz oben in der World Music Charts Europe platziert und vor allem in Frankreich, wo sie seit vielen Jahren lebt, sehr gut verkauft (ihr letztes Album Bowmboi kletterte bis auf Platz 4 der französischen Charts) und beste Kritiken in den wichtigsten Medien des Landes bekommen. Zumindest in Frankreich ist Rokia Traoré, die als exzellenter Live-Act bekannt ist, längst nicht nur eine Weltmusikkünstlerin. Dort tritt nicht nur in großen Theatern und Clubs auf, sondern auch auf den größten Rockfestivals des Landes. In Deutschland, England, Italien und vielen anderen Ländern Europas, und auch in den USA, ist dieser Weg zum Crossover-Artist weit schwieriger, aber immerhin hat sie auch hier schon auf vielen wichtigen Festivals gespielt und sehr gute Presse bekommen. Zur Womex 2003 prangte die Künstlerin auf allen wichtigen Weltmusikmagazinen und bekam große Features u.a. im Time Magazine. The Times schreibt anlässlich ihres neuen Albums: “The breadth of Rokia Traoré’s artistic vision has emerged fully formed in her music. Traoré sounds ready to join the big league at last”.
Ihr neues Album Tchamantché wird viele überraschen. Musste sie anfangs noch die Nähe zu ihrer Heimat unterstreichen, hat sie diesmal eine Sprache gefunden, die sowohl ihre Erfahrungen als Teil einer afrikanischen Diaspora in Paris und ihre Begegnungen mit afroamerikanischen Musikern in den USA aufnimmt, als auch ihre tiefe Verbundenheit mit ihrer Heimat Mali unterstreicht. Das spiegelt sich auch in den Instrumenten, die sie diesmal verwendet. Auf Tchamantché verzichtet Rokia z.B. auf das Balafon (das afrikanische Xylophon) und integriert stattdessen eine Gretsch Gitarre und westliche Rhythmus Elemente. Für Rokia selbst bleibt es ein afrikanisches Album, aber eines, in dem sie noch mehr zu einer eigenen Sprache findet: "Music depends on the person making it, and I am an African. But I'm from a new generation, with a new way of seeing Africa and our music". So ist es kein Wunder; heute zählt Rokia Traoré zu den einflussreichsten Musikerinnen Malis und ganz Westafrikas.